Judo

Geschichte

1860 Jigoro Kano wird als dritter Sohn des Kano Jirosaku Mareshiba in Hyogo-ken am 28. Oktober geboren.
1871 Eintritt in die Privatschule von Seitatsu Shojuku in Tokyo. Studium chinesische Literatur und Kalligraphie unter Professor Keido Ubukata.
1873 Kano tritt an die Privatschule Ikuei Gijuku in Kurasumori, Shiba, Tokyo über, wo er Kurse in Englisch und Deutsch unter englisch- und deutschsprachigen Lehrern besucht.
1874 Jigoro Kano besucht die Schule für ausländische Sprachen in Tokyo.
1875 Er tritt in die Schule Kasei ein, welche 1877 zur Universität von Tokyo wird.
1877 Beginn des Studiums von Ju-Jitsu der Tenjinshinyo-ryu unter Fukada Hachinosuke.
1881 Kano lizenziert an der Universität von Tokyo in Literatur, Politik und ökonomischer Politik. Aufnahme des Ju-Jitsu-Trainings der Kito-ryu.
1908 Die japanische Regierung verabschiedet ein Gesetz, welches verlangt, dass an allen Mittelschulen Gekiken (Schwertkampftechnik) und Ju-Jitsu unterrichtet wird.
1909 Kano wird Mitglied des IOC
1911 Er gründet die Sportvereinigung für Japan und wird deren Präsident
1921 Kano lädt Gichin Funakoshi zu einer Demonstration von "Shotokan-karate-do" in den Kodokan ein.
1922 Kano wird in das japanische Oberhaus gewählt.
1928 Als Vorstandsmitglied des IOC Teilnahme an den olympischen Spielen in Amsterdam.
1930 1. Altjapanische Judo Meisterschaft.
1938 Kano erliegt, am 4. Mai an Bord des japanischen Schiffes Hikamawaru, einer Lungenentzündung.
1956 Erste Judo Weltmeisterschaft in Tokio
1964 Judo ist erstmals olympisch
1968 Judo wird an den olympischen Spielen wieder gestrichen.
1972 Seit 1972 gehört Judo beständig zum olympischen Programm.

Geschichte in der Schweiz

1925 Der koreanische Student Hano Rhi (1898 - 1960) kommt in die Schweiz.
1927 Hano Rhi führt in der Schweiz Judo ein.
1929 Rhi gründet mit 12 Schülern in Zürich den ersten Judo Klub der Schweiz: Judo Sport Klub Zürich (Judo und Ju-Jitsu).
1936 Gründung des schweizerischen Ju-Jitsu Verbandes. Hano Rhi wird dessen Präsident.
1947 Am 28. September wird das schweizerische Dankollegium durch Hano Rhi und andere gegründet.
1948 Findet die erste GV des schweizer Ju-Jitsu Verbandes statt. Gleichzeitig werden die Statuten festgelegt .
1962 Leon Gysin erkämpft an den Europameisterschaften den dritten Rang.
1964 Eric Hänni aus Delemont holt sich an der Olympiade im Weltergewicht die Silbermedaille. An den Europameisterschaften erkämpft er sich Bronze.
1967 Gründung des Judo und Ju-Jitsu Club Spiez
1968 Im Juni wird in Lausanne erstmals die EM organisiert.
1972 Durchführung des 1. Schülerturnier`s in Spiez
1976 Judo wird im J+S als Sportart anerkannt. Jürg Röthlisberger gewinnt an der Olympiade in Montreal die Bronzemedaille (- 93 kg). Ebenfalls Bronze holt sich Judith Salzmann an der EM in Wien.
1977 Silber für Jürg Röthlisberger an der EM.
1978 An der EM holten sich Jürg Röthlisberger und Therese Nguyen Bronze. Vreni Rotacher holt Gold im Open und Silber bis 66 kg.
1979 Jürg Röthlisberger gewinnt an der EM in Brüssel Gold (- 86 kg). Judith Salzmann erkämpft sich an der EM in Kergrade Silber (- 72 kg).
1980 Jürg Röthlisberger gewinnt Gold an den Olympischen Spielen in Moskau (- 86 kg).
1982 Inge Krasser wird 2. an der EM in Oslo.
1984 In der Schweiz werden die ersten Katameisterschaften ausgetragen. Luc Chanson wird 3. an den EM in Liège.
1986 Clement Jehle gewinnt an der EM in Bukarest Bronze.
1987 An der EM in Paris erkämpft sich Clement Jehle die Silbermedaille.
1992 Olivier Schaffter gewinnt an der EM in Paris die Silbermedaille (- 78 kg).
1993 Eric Born aus Zürich holt an der WM in Hamilton (Kanada) die Silbermedaille. Im gleichen Jahr wird er an der EM Vizemeister.
1997 Monika Kurath gewinnt die Bronzemedaille an der WM in Paris.
1999 Isabelle Schmutz wird 3. (- 52 kg) an der EM in Oviedo (Spanien). Lena Göldi wird 5. in der Kategorie unter 57 kg.
2000 Sergei Aschwanden gewinnt an den EM in Wroclaw (Polen) die Goldmedaille (- 81 kg).
2001 Im August erkämpft sich Sergei Aschwanden an den Weltmeisterschaften in München die Bronzemedaille (- 81 kg).
2003 Sergei Aschwanden holt sich an den Weltmeisterschaften die Silbermedaille (- 81 kg). An den Europameisterschaften gewinnt er Gold (-81 kg). Lena Göldi wird an den Europameisterschaften in Deutschland Vice-Meisterin.
2005 An den Europameisterschaften gewinnt Sergei Aschwanden die Bronzemedaille (-90 kg).
2006 Dritter Rang für Sergei Aschwanden an den EM (- 81 kg).
2008 Sergei Aschwanden gewinnt an den Olympischen Spielen in Peking die Bronzemedaille (-90 kg).

Quellenangabe: Diverse Webseiten

Gradierungen

6. Kyu weisser Gürtel Anfänger
½ 5.Kyu halb gelber Gürtel
5. Kyu gelber Gürtel
½ 4.Kyu halb orangeGürtel
4. Kyu oranger Gürtel
½ 3. Kyu halb grüner Gürtel
3. Kyu grüner Gürtel
2. Kyu blauer Gürtel Fortgeschrittener
1. Kyu brauner Gürtel
1. - 5. Dan schwarzer Gürtel Meister
6. - 8. Dan rot-weisser oder schwarzer Gürtel Grossmeister
9. und 10. Dan roter oder schwarzer Gürtel

Trainingsablauf

Jedes Training beginnt mit dem sogenannten Grüssen. Gegenüber dem Trainer setzen sich die Schüler auf eine Linie. Anschliessend wird gegenseitig Respekt gezollt, indem man sich verbeugt. Oft gibt der Trainer dann den Ablauf des Trainings bekannt.
Erste Körperliche Aktivität eines jeden Trainings ist das Aufwärmen. Die Muskeln, die Gelenke und der Verstand werden für das Training fit getrimmt. Dabei werden die Muskeln durch rennen, hüpfen und Kraftübungen aufgeheizt, die Gelenke durch gezielte Bewegungen geschmeidig gemacht und der Verstand durch koordinative Übungen geschult. Oft werden im Aufwärmen auch einige Spiele gemacht. Sobald man warm ist, wird die Fallschule geübt. Sie ist im Judo besonders wichtig, da man sich leicht verletzen kann, wenn man nicht fallen kann. Rückwärts-, Seitwärts- und Vorwärtsfallschule werden eindringlich geübt.
Nach dem Aufwärmen folgt der technische Teil. Die Schüler lernen neue Techniken und Bewegungsabläufe und repetieren ständig die gelernten Techniken. Zur Auflockerung folgen zwischendurch oft ein kleiner Bodenkampf oder ein freies, abwechslungsweise, gegenseitiges Werfen.
Um die neuerlernten Techniken zu testen, werden am Schluss Wettkämpfe zwischen den Trainierenden gemacht.
Jedes Training wird beendet, wie es begonnen hat. Es wird gegrüsst und gegenseitig verabschiedet.

Prüfungen

Jedes Jahr werden Prüfungen durchgeführt. Die Schüler zeigen an dieser Prüfung, was sie das Jahr durch gelernt und geübt haben. Eine Expertenrunde begutachtet das Können der Schüler. Falls das Gezeigte die Experten überzeugt, wird den Schülern den nächst höheren Gurt verleiht. Ansonsten haben sie die Möglichkeit ihr Können zu verbessern und nach einem halben Jahr die Prüfung zu wiederholen. Durch das Erreichen des nächsten Gurtes, lernt man auch neue Techniken. Da es immer weitergeht, ist Judo ein Sport fürs Leben, weil man nie ausgelernt hat.

Wettkampf

Bei einem Wettkampf treten immer 2 Kämpfer gegeneinander an. Das Ziel eines Kampfes ist, den Gegner kontrolliert, mit hoher Geschwindigkeit auf den Rücken zu Werfen. Falls der Gegner perfekt geworfen wird, bekommt man vom Kampfrichter ein Ippon. Man hat gewonnen. Ist der Wurf aber nicht so perfekt, so gibt der Kampfrichter eine tiefere Wertung und der Kampf geht weiter. Natürlich kann es auch sein, dass sie den Gegner zwar nicht perfekt werfen, ihn aber am Boden fixieren können. Entweder kontrolliert man den Kontrahent 25 Sekunden in einem Festhalter oder man würgt oder hebelt ihn, bis er aufgibt. Auch so kann man gewinnen. Die Kampfzeit beträgt je nach Alter 2,3 oder 5 Minuten.
Obwohl Judo sehr dynamisch ist, passieren wenige Unfälle. Zudem ist Judo eine sehr faire Sportart, bei dem Respekt gross geschrieben wird.

Kata

Kata bedeutet Form und wird im Judo mit Partner geübt. Es sind genau festgelegte Angriffe und Abwehren, die in einem Ablauf fixiert sind. Einige dieser Kata haben eine Jahrhundert alte Tradition oder sind aus alten Überlieferungen entstanden. Sie bilden das eigentliche Gegenstück zum freien Kampf und ergänzen diesen. Diese Abläufe müssen in sehr vielen schweisstreibenden Stunden geübt werden, um das Timing und die Reaktionen perfekt abzustimmen. Jedes Jahr findet die Kata-Schweizermeisterschaft statt, an dem die Abläufe präsentiert werden und von sogenannten Kata-Experten begutachtet werden.